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Wir alle lieben den Sound einer Band (wer nicht? Irgendjemand? Bueller?). Aber wenn du in Cafés, kleinen Locations, Restaurants, bei Open-Mic-Abenden oder an anderen Orten spielst, an denen mehr als Gesang und Akustikgitarre zu viel wäre, fehlt dieser Bandsound.
Mit ein paar einfachen Tricks und Ideen können Akustikgitarristen jedoch den Klang einer ganzen Band nachahmen. So klingen ihre Parts voller und interessanter – und machen uns noch mehr Spaß beim Spielen!
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du beim Song „Listen to Her Heart“ von Tom Petty and the Heartbreakers einen volleren Bandsound erzielst. Dabei gehen wir davon aus, dass es auch Gesang gibt.
Lass uns über Akkorde sprechen
Der erste Schritt besteht darin, möglichst voll klingende Akkorde zu verwenden. Der Originalsong steht in A-Dur. Der offene A-Dur-Akkord klingt für mich allerdings nicht so voll wie beispielsweise ein offener G-Dur-Akkord. Hör dir deshalb den Unterschied zwischen diesen beiden A-Dur-Akkorden an. Der eine wird auf traditionelle Weise gegriffen, der andere mit einem G-Dur-Griff und einem Kapodaster im zweiten Bund:

Hier kommt dieses G-Dur-Voicing richtig zur Geltung. Der tiefste Ton A bleibt erhalten, aber das G-Voicing klingt etwas voller und deckt einen größeren Tonumfang ab – genau das, was wir für diesen vollen Klang brauchen. Es gibt auch einige praktische Gründe, warum das G-Voicing bei bestimmten Passagen besser funktioniert, aber dazu kommen wir später.
Jetzt wird’s perkussiv
Mit einer kompletten Band zu spielen, macht auch deshalb so viel Spaß, weil du einen großartigen Drummer hinter dir hast. Versuchen wir also, das nachzubilden.
Fingerstyle-Gitarristen setzen schon lange perkussive Klänge in ihrem Spiel ein – davon können wir uns definitiv etwas abschauen. Bei dieser Version des Songs wollen wir die Backbeats (Zählzeiten zwei und vier) betonen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Eine davon sind Akzente: Ein Akkord wird lauter angeschlagen als die anderen und sticht dadurch hervor. Noch dramatischer wird es, wenn du einen deutlichen Dynamikunterschied zwischen den normalen und den akzentuierten Anschlägen erzeugst:

Alternativ kannst du die Saiten auf diesen Zählzeiten einfach kurz und abgedämpft mit dem Plektrum anschlagen und dabei die Akkorde betonen:

Charakteristische Licks
Als Nächstes bauen wir einige charakteristische Licks in unseren Gitarrenpart ein. Bei „Listen to Hear Heart“ fallen uns zwei ein: zum einen das markante Riff am Anfang des Songs, zum anderen das tiefere Riff, das nach dem Einsatz der Band in jedem zweiten Takt erklingt. Wir möchten möglichst viele dieser charakteristischen Elemente übernehmen, ohne dabei die Fülle und den Groove zu verlieren, die unser Arrangement behalten soll.
Fangen wir mit dem tieferen Riff an. Hier ist ein Kapodaster praktisch, um einen G-Akkord zu greifen, denn so liegen alle Töne bequem unter den Fingern:

Wenn wir das jetzt in unsere akzentuierten Rhythmen einbauen, erhalten wir einen starken Part für instrumentale Abschnitte:

Wir können das auch auf Stellen anwenden, an denen wir auf die Saiten schlagen, um diesen perkussiven, Snare-artigen Anschlag zu erzeugen. Lass den tieferen Ton bei den perkussiveren Passagen einfach weiterklingen, indem du die Saiten mit den Fingern der linken Hand leicht abdämpfst:

Hier wirst du merken, dass wir mehr Saiten als üblich abdämpfen, was völlig in Ordnung ist. Da dieser Teil insgesamt leiser ist, sollte der Klang für unsere Zwecke voll genug sein, solange das tiefere Riff und die Saite gut zu hören sind.
Kommen wir jetzt zum Hauptriff. Wir wollen versuchen, diese Licks und Riffs so gut wie möglich in unser Rhythmusspiel einzubauen. Schließlich wollen wir wieder den Effekt einer ganzen Band erzielen. Deshalb ist es am besten, alles so einfach wie möglich zu halten.
Die Töne des Riffs reichen vom Grundton bis zur Terz der Tonleiter. Zum Glück lässt sich diese Nachbildung des Riffs recht einfach auf der leeren G-Saite spielen:

Da die Leersaite Teil des G-Voicings ist, können wir sie beim Anschlagen des Akkords mit einem geschickten Fingersatz problemlos mitspielen. Dabei müssen wir zwar auf den höchsten Ton und einen der tieferen Töne des Akkords verzichten, um einige Finger freizubekommen. Der Akkord hat aber immer noch genug Fülle und Tonumfang, um voll zu klingen – ganz zu schweigen von der zusätzlichen Bewegung durch das Riff. Greife den Akkord dafür mit dem Mittelfinger auf der 6. Saite und dem Ringfinger auf der 2. Saite. Der Zeigefinger übernimmt die Töne im zweiten Bund der G-Saite, der kleine Finger die Töne im vierten Bund.
Als Bonus fügen wir auch noch das tiefere Riff in Takt 4 hinzu:

Damit haben wir schon einige Elemente beisammen, um den Song nur mit einer Akustikgitarre zu spielen und zu singen, ohne auf einen vollen Sound und wichtige Bestandteile zu verzichten. Setzen wir jetzt alles zusammen und arrangieren das Intro, die erste Strophe und den ersten Refrain:

Diese Tricks lassen sich auf viele verschiedene Songs anwenden. Verlass dich auf dein Gehör und deine Fantasie – so kannst du etwas Volles mit richtig viel Groove erschaffen!


