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Musikwissenschaft

Mit Musik Stress abbauen

3. Januar 2022

7 Min. Lesezeit

Sebastian Murgul

Sebastian Murgul

Mit Musik Stress abbauen

Inhaltsverzeichnis

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler auf der ganzen Welt die zahlreichen positiven Auswirkungen von Musik untersucht. Laut einem Artikel von Lifehack reichen diese von einer besseren Stimmung und psychischen Gesundheit bis hin zu gesteigerter sportlicher Leistung. Besonders faszinierend ist jedoch die Fähigkeit von Musik, Stress abzubauen.

Erstaunlicherweise zeigen Studien, dass Musik Stress abbauen kann – ganz gleich, ob du Musik hörst, selbst musizierst oder Live-Konzerte besuchst. In diesem Blogbeitrag schauen wir uns genauer an, wie Musik Stress beeinflusst, und zeigen dir konkrete Möglichkeiten, wie du mit Musik dein eigenes Stresslevel senken kannst.

1. Musik am Morgen

Eine einfache und wirksame Möglichkeit, mit Musik Stress abzubauen, ist, sie morgens zu hören. Das kann bedeuten, beim Fertigmachen für die Arbeit das Radio einzuschalten oder noch im Bett Kopfhörer aufzusetzen. Entscheidend ist, dass du dadurch emotional besser auf stressige Situationen reagieren kannst, die dir später begegnen.

Eine der bis heute bekanntesten Musikstudien wurde von PLOS ONE veröffentlicht. Sie untersuchte die Stressreaktion von Frauen, nachdem sie vor Publikum eine Rede gehalten hatten. Vor dem Stresstest hörten einige beruhigende Musik, andere Naturgeräusche und wieder andere ruhten sich ohne Geräusche aus. Dabei wurden Cortisolspiegel und Herzfrequenz gemessen. Die Gruppe, die zuvor Musik gehört hatte, erreichte schneller wieder ihre Ausgangswerte als die anderen Gruppen – ein Hinweis darauf, dass sie besser mit dem Stress umgehen konnte.

Wie ein Blogbeitrag der Pennsylvania State University zeigt, können Rhythmus und Klangfarbe von Musik deine emotionale Reaktion darauf erheblich beeinflussen. So kann dir schwungvolle Musik neue Energie geben, während langsame, traurige Musik das Gegenteil bewirkt. Das liegt unter anderem daran, dass sich unser Herzschlag dem Takt anpasst.

Wenn du morgens fröhliche Musik hörst, kannst du also nicht nur unterschwelligen Stress abbauen und besser auf neue Stressfaktoren reagieren, sondern dir auch einen Motivationsschub geben. Außerdem kann Musik auf deinem morgendlichen Arbeitsweg dazu beitragen, Aggressionen im Straßenverkehr zu reduzieren.

2. Ein Instrument spielen

Musikhören ist meist eine passive Beschäftigung. Doch auch aktive Methoden können helfen, Stress abzubauen. Ein Instrument spielen zu lernen, kann sich sogar sehr positiv auf deine psychische Gesundheit und dein allgemeines Wohlbefinden auswirken.

Tatsächlich haben verschiedene Studien gezeigt, dass das Musizieren viele Vorteile bietet – darunter weniger Stress, eine niedrigere Herzfrequenz und ein niedrigerer Blutdruck sowie weniger Angstzustände und Depressionen. Vermutlich liegt das daran, dass das Erlernen eines Instruments und das Aufrechterhalten der eigenen Fähigkeiten eine anspruchsvolle kognitive Übung ist, die das Gehirn stimuliert und seine Leistungsfähigkeit verbessert.

Weitere Forschungen haben gezeigt, dass das Erlernen eines Instruments dir auch helfen kann, mehrere Dinge gleichzeitig zu verarbeiten. Das kann eine häufige Stressursache lindern und die Erholung von mentaler Erschöpfung unterstützen.

Musik als Hobby zu beginnen, bringt einige Herausforderungen mit sich, etwa Noten lesen zu lernen. Die Melody Scanner App hilft dir dabei, indem sie deine Lieblingssongs automatisch in Noten umwandelt. Du hast verschiedene Möglichkeiten: Du kannst dein eigenes Instrument aufnehmen oder Musik aus MP3-Dateien und YouTube-Videos transkribieren.

3. Musik zur Meditation

Auch beim Musikhören zu Meditationszwecken zeigt sich deutlich, wie positiv Musik Stress beeinflussen kann. Laut einem Artikel, der für PsychCentral verfasst wurde, können die richtige Musik und passende Meditationsübungen die Entspannungsreaktion des Körpers auslösen und so Stress entgegenwirken. Wie zu erwarten, spielt die Musikauswahl dabei jedoch eine entscheidende Rolle.

Generell ist es wichtig, Musik mit einer klaren Struktur zu hören. Andernfalls kann sie irritieren und beim Meditieren deine Gedanken unterbrechen. Beruhigende Musik eignet sich am besten, vorzugsweise ohne Gesang. Da die Musik dich nur begleiten und nicht im Mittelpunkt stehen sollte, wählst du am besten Stücke, die du bereits kennst.

Die Vorteile der Meditation zeigen sich mit der Zeit und nicht sofort. Um langfristige Ergebnisse zu erzielen, musst du regelmäßig meditieren. MRT-Aufnahmen haben gezeigt, dass der Mandelkern im Gehirn durch Meditation tatsächlich schrumpft. Dieser Teil des Gehirns steuert Stress, Angst und Furcht.

Diese Verkleinerung trägt dazu bei, die Auswirkungen von Stress auf den Körper zu reduzieren. Laut der Headspace-Website lässt sich dieser Effekt bereits nach acht Wochen regelmäßiger Meditationspraxis erzielen.

4. Musikkonzerte besuchen

Der moderne Alltag kann hektisch sein. Deshalb ist es wichtig, dir Zeit zu nehmen, um abzuschalten und Dinge zu tun, die dir Freude bereiten. Live-Konzerte oder Auftritte von Musikern, die du magst, können dabei helfen, angestauten Stress durch Arbeit oder Privatleben abzubauen.

Auch wenn es selbstverständlich erscheinen mag, dass Dinge, die dir Freude bereiten, Stress abbauen, gibt es konkrete Belege dafür, dass der Besuch von Live-Musikveranstaltungen das Stressniveau senken kann.

Eine britische Studie unter Leitung des Centre for Performance Science untersuchte 117 Freiwillige bei zwei verschiedenen Musikkonzerten. Anhand von Speichelproben vor und nach dem Konzert untersuchten die Forschenden den Cortisol- und Cortisonspiegel – beides Stressindikatoren. In den nach dem Konzert genommenen Proben stellten sie „durchweg niedrigere Werte“ fest.

Entscheidend ist auch die Feststellung der Forschenden, dass die stressreduzierende Wirkung von Musik nicht davon abhing, ob die aufgeführte Musik vertraut war. Das deutet darauf hin, dass der Konzertbesuch eine universelle Wirkung hat. Wenn dich also ein Freund zu einem Konzert einlädt, kann es sich lohnen hinzugehen – selbst wenn du den Künstler nicht kennst.

5. Musik vor dem Schlafengehen

Nicht zuletzt kann Musik Stress und Wohlbefinden besonders positiv beeinflussen, indem sie das Einschlafen erleichtert. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass es sowohl die kurzfristige Schlafqualität verbessern als auch chronische Schlafprobleme lindern kann, wenn du dir vor dem Zubettgehen Zeit nimmst, zu entspannen und Musik zu hören.

Wie ein Artikel der University of Nevada in Reno zeigt, deuten wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hin, dass beruhigende Musik dafür am besten geeignet ist und die Anzahl der Schläge pro Minute (BPM) eine Rolle spielt. Die besten Ergebnisse erzielst du mit Musik im Bereich von 60 BPM. Auch hier kann Melody Scanner dir helfen, passende Titel zu finden.

Idealerweise hörst du die Musik etwa 45 Minuten lang in einer ruhigen Umgebung, bevor du ins Bett gehst. So kann sich dein Körper bestmöglich entspannen. Der bereits erwähnte Artikel weist außerdem darauf hin, dass Forschende der Stanford University davon ausgehen, dass Musik die Gehirnfunktion ähnlich stark beeinflussen kann wie Medikamente.

Allerdings gibt es einige mögliche Fallstricke, die du beachten solltest. So betont etwa ein Beitrag für WebMD, wie wichtig es ist, Musik zu vermeiden, die starke emotionale Reaktionen auslöst. Daher solltest du Musik besser meiden, die du mit negativen Gefühlen verbindest, etwa mit einer Trennung oder dem Verlust eines geliebten Menschen – aber auch mit besonders glücklichen Momenten in deinem Leben.

Das letzte Wort

Die vielen gesundheitlichen Vorteile von Musik werden zwar weiterhin erforscht und wir gewinnen ständig neue Erkenntnisse, doch schon jetzt ist klar: Musik kann eine wichtige Rolle bei der Stressbewältigung spielen. Ob du morgens Musik hörst, um dich auf den Tag einzustimmen, ein Instrument übst, Livekonzerte besuchst oder sogar meditierst – es gibt viele Möglichkeiten, mit Musik dein Stressniveau zu senken und deine mentale Gesundheit zu verbessern.


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